Es ist vollbracht! „Ich bin da!“ ertönte es heute.

Die Geburt? Genau so spektakulär wie die Schwangerschaft! 😉

Aber von Anfang an.

Vergangene Woche bat ich darum, die Wehenpunkte noch nicht zu akupunktieren. Immerhin brauchte ich noch etwas mehr Zeit um etwas Ordnung ins Siedelchaos zu bringen.

Gestern kam ich dann nicht mehr aus. 😉

Ich war mir sicher, dass damit die Geburt bald stattfinden würde. Immerhin hatte ich nach der ersten Geburtsvorbereitungsakupunktur am Folgetag (schmerzfreie) Senkwehen. Das war vor ziemlich genau 2 Wochen. Als die Wehenpunkte an den Füßen gepiekst wurden, war das richtig unangenehm. Fast schon schmerzhaft, immer so ein Druckgefühl dahinter… ich stellte mir dann einfach vor, dass sich so (harmlos) auch die Wehen anfühlen. 🙂 Schließlich hatten wir im HypnoBirthing-Kurs gelernt, uns die Dinge genau so vorzustellen, wie wir sie haben wollten. Dann würde das schon gut klappen.

Im Anschluss an die Akupunktur hatte ich eigentlich noch einen ausgefüllten Tag:

  • Schnell noch nach Gleisdorf, um bei einer Wickelberaterin unterschiedliche Windelvarianten kennenzulernen. Eben ein paar Alternativen zu den Müllbergen und den altbekannten dicken Packen.
  • Mittags die kleine Johanna beschäftigen. Sie war dann ja wieder den ganzen Nachmittag allein.
  • Enthaaren… wer weiß, wann ich wieder dazukomme… auch wenn ich über den Bauch nicht mehr wirklich drüberseh… so gut es geht. 😀
  • Eine volle Ladung Babygewand durchwaschen (mir kommt vor, außer waschen tu i nimma viel…).
  • Mit der besseren Hälfte telefoniert und ihr mitgeteilt, dass ich so das Gefühl habe, dass morgen oder übermorgen die Geburt sein wird…
  • Ein schneller Nachmittagskaffee mit einem Freund. Der (entgegen zu früher) überhaupt nichts von sich erzählte, sondern nur auf meine Äußerungen wartete.
  • Ab in die Innenstadt um doch noch ein paar Weihnachtsgeschenke zu besorgen (für Mann und Patenkind) und auch noch mit meiner Mama letzte Besorgungen für Weihnachten zu machen.
  • Beim Trachtenabverkauf vorbeischauen, ob es nicht doch noch schöne Männermode gab. 😉
  • Dann habe ich noch meine Mama heimgeführt, weil ich ohnehin noch zum Baumarkt musste, endlich die Planen für die Geburt kaufen. 10 Minuten vor Ladenschluss hopste ich hinein, scherzte mit einem Angestellten herum wegen meinem Alibert (wir haben eine unausgesprochene Wette laufen 😉 ) und war auch schon wieder draußen.

Bei meinen Eltern hatte ich dann schon das Gefühl, dass ich nicht so lange bleiben kann. Ich war erschöpft vom vielen Herumwatscheln in der Stadt und froh, wenn ich mich hinlegen konnte. Allerdings suderte ich noch bei meiner Mama, dass es voll blöd ist zu sagen, dass ich davon ausgehe, dass die Geburt bald stattfinden wird… weil wenn es dann nicht so ist…? Schließlich hatte ich erst am Samstag „offiziell“ Termin. 😀 Und man bekam so schon genug „blödes Nachfragen“ (und Druck) von außen. 😉

Später als erwartet fuhr ich dann doch noch heim. Nicht ohne noch die alten Mullwindeln einzuheimsen, die ich zu Hause gleich noch in die Waschmaschine steckte. Dann spielte ich ausgiebig mit Johanna, welches mit einem komischen „Ich-muss-aufs-Klo“-Gefühl beendet wurde.

Am Klo dann ein kleiner Schock… ich blute… ganz leicht. Ok… ganz ruhig bleiben, ich weiß, das ist ein Anzeichen für die Geburt. Aber keine Wehen. Hm… was mache ich? Ratlos bleib ich erst einmal hocken. Dann schleich ich mich doch ganz vorsichtig wieder raus und hol mein Telefon.

Wieder zurück auf der Toilette spüre ich einen immensen Druck, es knaxt richtig und dann ein Flatsch. Ok… leichte Panik. Ich bin allein zu Hause. Wen rufe ich zuerst an? War das jetzt wirklich der Blasensprung? Was denn sonst? Wenigstens ein gutes Timing, ohne Sauerei… nämlich am Klo. *hehehe*

Ich rufe meinen Schatz an. Er ist bereits am Heimweg vom Training, 10 Minuten noch. Dann rufe ich die Hebamme an – sie ist gerade auf einer Weihnachtsfeier. Hat aber nichts getrunken und holt nur schnell ihre Tasche und ist dann in ca. 30 Minuten bei mir. Ich werde nervös. Ob ich denn schon Wehen habe? Nein… nur so ein Ziehen, eher wie Mensbeschwerden, aber nix wellenartiges.

Ok. Nach einem weiteren Verschnaufmoment am Klo muss ich etwas tun. Obwohl die Haltung auf der Schüssel seeeeeeehr bequem ist und ich am liebsten sitzen bleiben würde. Aber will ich, dass mein Baby am Klo zur Welt kommt? Doch eher nicht…

Also auf, auf. Tu was. Vom Rumsitzen ist auch noch nie etwas passiert!

Ich erinnere mich, dass das Rohr vorgeheizt gehört, damit warme Handtücher für den Empfang bereitstehen. Also gut… ich geh ganz bedächtig. Irgendwie rinnts trotzdem a bisserl weiter. Hm… also rauf und mal ein Handtuch für zwischen die Beine. ^^ Hose(n) ausziehen, a wenns eh scho wurscht is. Eh scho ois nass.

Die Doula ruft zurück, ich verbliebe so mit ihr, dass ich die Hebamme abwarte und sie dann kontaktiere. Schließlich muss sie morgen arbeiten und hat nicht die ganze Nacht Zeit.

Inzwischen kommen andere Empfindungen hinzu… Wehen? Keine Ahnung, denken ist nimma. Ich knie mich übers Handtuch und häng so halb am Bett. Es plätschert munter zwischen meinen Beinen dahin, obwohl ich versuche alles zurückzuhalten. Ich hab so das Gefühl, ich mach mich gleich an. Mittlerweile ist auch der Papa heimgekommen. Ich bitte ihn nur um einen Kübel oder sowas, damit ich nicht ganz den Parkett versau. Er bringt mir brav die neue Tupperschüssel. 😀 Mir ist schon alles egal. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das schon Wehen sind, so ca. alle 7 Minuten. Das mit dem Veratmen klappt doch irgendwie. Die Hebamme ist noch nicht da. Ich werde nervös, schicke meinen Partner dennoch raus. I will net, dass er mir zuschaut, wenn i mi anmach! Ich weiß, dass ich loslassen und mich öffnen soll, aber ich hab das Gefühl, dass dann mehr kommt, als unbedingt sollte.

Endlich ist die Hebamme dann auch da. Beruhigt mich. Muttermund ist 4 cm offen. Ich freue mich. Herztöne passen. Die Freude hält sich in Grenzen, schließlich kommt die nächste Welle. Mir wird erlaubt, noch einmal aufs Klo zu gehen. Mit einem Handtuch zwischen den Beinen mache ich mich auf den Weg nach unten. Ganz langsam… und dann… loslassen! Einfach nur loslassen! Ich darf alles fließen lassen, ich sitze am Klo.

Wieder zurück im Zimmer beuge ich mich über das Gitterbett. Bequemer als knien. Die Hebamme meint nur, ich soll die Beine doch öffnen. Also lege ich das Handtuch wieder auf den Boden und atme fleißig mit. Die Hebamme ermuntert mich, dass ich das gut mache. Ich komm mir nicht so vor. Manchmal atmet sie mir ruhig vor. Ich passe mich an. Es tut gut, sie neben mir zu haben.

Währenddessen wird der Boden im Schlafzimmer mit einer Plane bedeckt und mit Handtüchern bzw. Leintüchern (alles was wir eben von unseren Müttern so zammgschnorrt haben) ausgelegt. Dann knisterts net so beim Gehen. 😀

Voll oft passiert es, dass die Hebamme ein Eizerl zu langsam ist mit dem Abhören der Herztöne, denn dann kommt bereits die nächste Welle. Irgendwann meint sie nur, dass ich jetzt wohl das Bedürfnis habe mitzudrücken. Ich bejahe… wobei… gefühlt war das schon die letzten 3 Wehen so! Sie meint nur, ich darf. Haha. No na… dagegen kann i mi net wirklich wehren, ob i will oder net! Also… helfen wir da halt mit. Den Papa schick ich trotzdem wieder raus… ich fühl mich nicht ganz so wohl, wenn ich da so deppat herumtu (aber i kann grad a net anders). Was die Hebamme macht weiß ich nicht genau. Aber gleich nachdem ich meinen Mann des Raumes verwiesen habe, holt sie ihn zurück. Das Kopferl kommt schon!

Ich bitte ihn trotzdem daran zu denken, dass die Waschmaschine noch läuft und die Wäsche aufgehängt gehört. Und dann will ich wissen, ob noch heute oder schon morgen ist. Es ist noch heute. Ok.

Kurz später bittet mich die Hebamme mich doch lieber hinzulegen, es geht zu schnell. *lol* Zu schnell? Ich find nicht. Der Druck ist enorm. Aber… komischerweise es tut nix weh… es ist nur so ein Druck!

Die 2. Hebamme ist noch nicht da. Ruft aber gerade an. Sie findet nicht her, sie war ja noch nie da. 😉 Die 1. Hebamme meint nur, sie kann nicht mehr weg, das Kopferl ist schon sichtbar. Also schick ich kurzerhand den Papa wieder raus, er soll sie doch bitte holen, damit da endlich a Ruh is. 😀 Er tut brav was ich sage. Rechtzeitig zur nächsten Welle ist er wieder da – kann der fliegen? Oder sich beamen? Ich bin ihm nur dankbar dafür, dass er dann hinter mir ist und meine Hand hält. A bisserl darf ich sie schon drücken.

Aber die 2. Hebamme ist noch immer nicht da. Na bravo. Bei mir steigert sich der Druck. Ich hab das Gefühl, dass „da unten“ gleich alles platzt einreißt oder sonstiges! Pressen, pressen, pressen, einfach nur RAUS!!! Nein… darf nicht. Gefühlt rutscht der Kopf ein bisserl zurück. Weniger Erleichterung als man sich das vorstellt.

Dann… endlich ist die andere Hebamme auch da. Diese Wehe ist heftig, ich drück voll an. Es ist wieder zum Bersten! Aber ich darf nicht mehr weiter pressen… nein, ich muss auf die nächste Wehe warten! Oh mein Gott – wie lange dauert das denn???

Und schließlich… schließlich kommt sie. Jaaaaaaaaaaaahaaaaaaaaaa. Ein Flutsch… der Kopf ist draußen, die Wehe fast vorbei. Ich drück noch mal nach, merke, wie das Baby weiterrauskommt. Die Wehe ist vorbei… aber ich wart sicher nicht noch einmal ab. Fest pressen!!! Ein letzter Flutsch und die Hebamme sagt, dass das Baby da ist. Kurz später höre ich es schon. So schön… einfach nur zu wissen, es ist da. Es lebt. Es ist alles gut.

Jetzt ist das erste Mal seit Ewigkeiten, dass ich die Augen öffne. Da ist der kleiner Zwerg! Mein erster Blick: Bub oder Mädchen? 😉 Aber ganz egal… ich freu mich ohnehin.

Leider kann ich mein Baby fast nicht halten, so sehr reißt es mich. Mich tschepperts richtig her. Zum Glück liege ich am Boden und das Baby fest auf mir. Es kann nicht wegrutschen, ich muss es nicht halten. Mama und Papa sind überglücklich und fast ein bisserl überwältigt.

Mein Bedürfnis mich zu duschen wächst. Die Hebammen sind skeptisch, aber ich fühl mich gut, Kreislauf passt (wird auch extra gemessen). Eine Hebamme geht mit, zur Sicherheit. Auch ein gutes Gefühl. Und dann wird gekuschelt. Jetzt kommt die Müdigkeit… irgendwie. Die Hebammen kontrollieren meinen Körper noch: Nichts gerissen! *yeah* *highfive*

Auf die Doula haben wir jetzt allerdings voll vergessen… es ging alles viel zu schnell: Von Blasensprung bis erstem Laut waren es ca. 2,5 Stunden. Vui oag!

Dann schreiben sie ihr Protokoll, ich genieße die traute Dreisamkeit. Ein bisserl nuckelt das Baby an der Brust. Kurz bevor ich einschlafe wird dann das Kleine noch gewogen und gemessen und gewickelt und gut angezogen und und und. Und dann schlafe ich einen tiefen Schlaf… den ersten als Mama. Ganz anders… befriedigend, beruhigend, überwältigend, unbeschreiblich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.