In der Schwangerschaft sollte man ja auf bestimmte Nahrungs-/Genussmittel verzichten. Klar, man will doch nur das beste für sein Baby.

Nun gibt es solche Empfehlungen auch für stillende Frauen. Erscheint auch logisch. Aber…

… ich habe erst unlängst wo gelesen, dass sich die Zusammensetzung der Muttermilch vernachlässigbar mit der Ernährung der Mutter ändert. Alles was sich ändert ist der Geschmack und der Geruch.

Aha!

Da ich mein Baby allerdings nicht unnötig quälen möchte, glaube ich vorerst mal gar nichts, sondern recherchiere und bilde mir meine eigene Meinung.

Gefunden habe ich dann unter anderem dieses:

„Milch und Kohl. Schlimm für Babys Bauch?“

Stillende Mütter sollten unbedingt blähende Nahrungsmittel meiden, raten Hebammen seit Generationen, weil Kohl & Co. dem Baby Bauchkrämpfe bescherten. Doch was ist wirklich dran an derartigen Empfehlungen?
Zweifellos können blähende Lebensmittel bei der Konsumentin selbst Meteorismus auslösen, und ein Teil der im mütterlichen Darmtrakt gebildeten Gase findet sich in der Ausatemluft wieder, nicht aber in der Muttermilch – zumindest nicht in nennenswerter Menge. „Muttermilch-Sprudel“ muss das Baby also sicher nicht trinken, stellt Professor Dr. B. Koletzko Abteilung Stoffwechselstörungen und Ernährung, Dr. von Haunersches Kinderspital, Klinikum Innenstadt, München. Möglicherweise sind es aber Metabolite aus dem mütterlichen Stoffwechsel, die dem Kind Bauchkrämpfe bescheren, z.B. kurzkettige Fettsäuren oder andere organische Säuren. In einer offenen Beobachtungsstudie mit fast 300 Stillenden kam es in der Tat signifikant häufiger zu infantilen Koliken, wenn die Mutter Kohl, Zwiebeln und Kuhmilch zu sich nahm. Allerdings war dieser Effekt insgesamt nicht sehr stark ausgeprägt und für Brokkoli und Blumenkohl gar nicht nachweisbar.
Nur was den Genuss von Kuhmilch betrifft, geht die Erklärung für einen möglichen Zusammenhang mit kindlichen Koliken über reine Spekulation hinaus. In diesem Fall handelt es sich wahrscheinlich um eine allergische Reaktion auf Kuhmilcheiweiß. Bei 10 bis 15% der Kolikkinder,
so konnten Studien nachweisen, liegt jedenfalls eine Unverträglichkeit gegen ein in die Muttermilch übergegangenes Fremdeiweiß vor. Bei heftigen infantilen Koliken rät der Pädiater den Müttern daher, sich versuchsweise eine Woche lang kuhmilchfrei (eigene Anmerkung: zwei
Wochen sind sicherer, da Kuhmilchproteine bis zu 10 Tage im mütterlichen Organismus nachweisbar sind) zu ernähren. Falls sich die Symptome darunter deutlich bessern und erneuter Kuhmilcheiweiß-Verzehr wieder kindliche Beschwerden provoziert, kann diese Kost für die Stillzeit
beibehalten werden. Meist ist dann allerdings eine Kalziumsupplementierung erforderlich.
Diät hält vom Stillen ab. Vom etwaigen Verzicht auf Kuhmilchprodukte abgesehen sind nach Prof. Koletzkos Meinung restriktive Ernährungsempfehlungen für stillende Mütter jedoch nicht
wissenschaftlich begründbar. Sie können zu einem Nährstoffmangel führen, verkomplizieren unnötig das Leben während der Stillzeit und sind nicht selten Ursache dafür, dass Frauen frühzeitig abstillen.
(Quelle: AFS-Rundbrief 5-6/2001) 

Denkt man darüber nach, ergibt es schon Sinn, dass die Blähungen der Mutter (nach Genuss von Kohl, Bohnen, …) nicht wieder den Darm hinauf wandern oder sich ins Blut stürzen und in die Muttermilch übergehen.

Ausnahmen bilden hier die Stoffe, die sich auch bei der Mutter im Blut finden lassen: Alkohol, Nikotin, Koffein.

Insofern: Genießt den Genuss und haut euch die Wampe voll! 😉

Hach… wie fehlt mir doch das genussvolle Essen

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