Ich würde von mir behaupten, dass ich ein ehrlicher (oft zu direkter) Mensch bin, der damit leider auch genügend unvorteilhafte Erfahrungen macht.

Allerdings gibt es auch Menschen, denen gegenüber lohnt es sich schon einmal, etwas zu „flunkern“… und sei es nur des Selbstschutzes Willen. 😉 Ich denke, das ist menschlich. Dennoch bevorzuge ich es, wenn man auch mir gegenüber ehrlich ist und wenn ich ehrlich sein kann und darf. Nur…

Ehrlichkeit um jeden Preis?
Ist es „gelogen“, wenn ich nicht alles erzähle? Oder ist es dann nur „unehrlich“?

Will ich überhaupt alles wissen? Muss ich also die Ehrlichkeit ausreizen bis zum letzten Punkt?

Immer wieder werde ich in meiner Arbeit damit konfrontiert, dass ich nicht wirklich ehrlich sein darf, aber schon sein muss. Sprich, ich darf die Wahrheit so sehr verpacken, dass sie dermaßen getarnt ist, dass sie nur schwer zu erkennen ist, aber ich mich absichern kann, eh alles gesagt zu haben. Kommt das dann an? 😀 Macht das Sinn?

Ich hasse diese „Verweichlichung“! Wieso kann ich die Dinge nicht einfach so beim Namen nennen, sagen wie es wirklich ist? Wem ist denn geholfen, wenn wir alle so mit Seidenhandschuhen durch die Wirklichkeit getragen werden?

Gut, nimm dich selbst an der Nase… „oute“ dich. 😉

In meinem privaten Umfeld gibt es nur einen ausgewählten Kreis, wo ich ausnahmslos ehrlich sein darf. Tu ich aber selbst nicht immer… Selbstschutz. 😀 Aber es gäbe zumindest die Möglichkeit, und das tut gut. Es tut wirklich gut, mal so wirklich richtig ich selbst zu sein, mich nicht verstellen zu müssen und so zu reden, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Und dann…

… dann hat man dieses Vertrauen, kippt voll rein in dieses angenehme Gefühl und muss dann leider doch feststellen, dass der andere im Bunde nicht so „ehrlich“ war… die Sache mit der Ehrlichkeit. Was ist ehrlich? Nach und nach ergeben gewisse Sachen einen Sinn – und das lässt mich nachdenklich werden. Zum Teil verletzt es mich auch, weil ich mir denk, jetzt wird mir eh schon so viel erzählt – fast zu viel, und DAS darf ich dann nicht wissen? Nur ein kleines Detail am Rande…  Oder so. 😀

Tja… mein Pech, dass ich so eine unverbesserliche Ans-Gute-im-Menschen-Glauberin bin. 🙂

Und dann wundert es einen, wenn der Sarkasmus mit mir durchgeht… beruflich muss ich alles schön verpacken und privat werd ich festgenagelt bis alles aus mir raussprudelt. Ohja… 😉

Dazu passt ein Liedtext – von einer eher unbekannteren Band:

Bei mir bis du gonz daham, bei mir konnst du söba sein, ka Maskn und kane Fassadn, bei mir muast di nie vastön.

Danke dafür… wirklich… auch wenns jetzt vielleicht a bisserl wehtut, weil… weil ich endlich ehrlich sein will. 😉 Aber diese 10 Monate (und 5 Tag 😀 ) waren wundervoll und es war genau so! <3

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